Eine neue Sauce hat auch Schlagzeuger Torsten Krill in seiner Klangküche angerichtet. Zwar tischt er uns mit seiner Frim Fram Collective wiederum "Reality music" auf, aber er fügt noch den Zusatz "Volume 2" hinzu, um nicht den Eindruck eines Einheitsbreis aufkommen zu lassen.
Frim
Fram Collective - "Reality music, Volume 02"
Auch als bloßen Aufguss kann man "Reality music, Volume 2" nicht bezeichnen, dafür hat sich das Klangspektrum der vier Köche einfach weiter entwickelt. Oder hat es sich nur verschoben? Jo Ambros lässt seine Gitarre rockiger klingen, Carsten Netz bläst wiederum kolossal virtous sein Saxophon, die Flöte oder die Klarinette, während Torsten Krill sich selbst als treibender Drummer mit kräftigen, gradlinigen und doch vertrackten Rhythmen in Szene setzt. Dafür hat er denn auch zu Recht in diesem Jahr den Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg erhalten.
Rockiger sind sie geworden, und freier, zumindest im stark Coltrane beeinflussten Intro von "Jule im Mai", aber auch sanft wie in "Wink des Glücks", mal wird's brasilianisch, mal pseudo-kubanisch, der Molch von der vorherigen CD begegnet uns wieder, und wenn Torsten Krills Kinder Jule und Lina dem Papa in die Sauce spucken, kommt da auch mal eine "Alte Heulsuse" bei heraus. Wer Spaß an experimenteller Jazzmusik hat, der kommt hier auf seine Kosten. Wer dagegen biedere Hausmannskost verlangt, bleibt besser an Mutters Ofen.
Hermann Mennenga
CD: Frim Fram Collective - "Reality music, Volume 02"
Frim Fram Collective im Internet: www.frimfram.de
Vertrieb: www.lauschoase.de
Cover: n.n.