Was als Titel ein wenig merkwürdig klingt, ist kein wildes Durcheinander von gejammten Takes, sondern der gewagte - und gelungene - Versuch, Klänge und Stilrichtungen aus diversen Kontinenten auf angehme Weise mit "technischen" Sounds zu verbinden.
Clive Stevens - "Millennium Jams"
Clive Stevens warmes Saxphonspiel "schwebt" über vielen der Kompositionen dahin - die ganze CD verbreitet einen Wohlklang und ein angenehmes Gefühl wie es schon kaum noch möglich schien, wenn sich menschliches Spiel und mit dem Computer erzeugte Sequenzen vermischen. Im Gegensatz zu diversen anderen Versuchen in dieser Richtung schaffen die an diesem Werk beteiligten Künstler hier etwas Neuartiges. Ein Stück ("First Time Bliss") ist Joachim-Ernst Behrendt gewidmet, und wahrscheinlich hätte dieser selbst durchaus seinen Spaß hieran gehabt.
Mit eingebaut sind die sehr angenehme Stimme von Barbara Mendes (u.a.bei "Where Do We Go To Now?") und der "Singsang" von Carolina & Sean Swift, den Kindern von Drummer Tom Swift bei "Boulevards Of Paradise". Alle Stücke haben thematisch viel mit unserer zu erhaltenden Welt zu tun - in "Maha Mrityunjaya" ist ein Mantra eingebunden - und wenn man die Augen schließt, verschwimmen vor dem "geistigen Auge" tatsächlich die Grenzen zwischen elektronischer Musik, Filmmusik, Jazz und Rock. - Augen geschlossen lassen und genießen!
Carina Prange
CD: Clive Stevens - "Millennium Jams" (Metalimbo/EFA 06354)
Cover: Schötteldreier & Bogner