Was groovt hier so und driftet zum Schluss ein wenig ins Chaos ab? Die Band kommt aus Norwegen und heißt Funky Butt. Der eben charakterisierte Song nennt sich "Brinken" und ist auf der neuen, mittlerweile dritten CD der Band, "Big Mama", enthalten. Die Norweger können also nicht nur dicke Pullis stricken oder die winterliche Selbstmordrate im eigenen Land in die Höhe treiben...
Funky
Butt - "Big Mama"
Norweger scheinen auch einen Hang zum groovigen Funk zu haben, zu schönen Melodien und – wie ihre Nachbarn, die Finnen – den Tango zu mögen. All dies, gepaart mit karibischen Elementen, vermutlich um dem Winterblues zu entkommen, und Anklängen an bajuwarischer Volksmusik findet sich bei Funky Butt wieder.
Mal melancholich mit sachten Pianoparts bluesig intoniert, mal mit tiefen Moll-Untertönen der Tuba unterlegt kommen so verschiedene Klangfarben zustande, die besser tönen als so manche Farbzusammenstellung eben der berühmten Pullover aus heimischer Industrie aussieht. Einige der Stücke auf „Big Mama“ könnten ebenfalls als Unterlegung für Actionfilme durchgehen, wenn sie nicht immer wieder umschlagen, ja umkippen, die Richtung und die Taktart ändern und ins freejazzige abdrehen würden, wie im gleich zu hörenden „Wrapped in gloves“.
Funky Butt ist insgesamt eine interessante und abwechslungsreiche, manchmal komische CD gelungen, die einem sehr gut hilft, dem Winterblues adè zu sagen.
Hermann Mennenga
CD: Funky Butt - "Big Mama" (Schmell Records SMLCD201)
Funky Butt im Internet: www.funkybutt.no
Schmell Records im Internet: www.schmell.no
Cover: n.n.