Jean-Paul Bourelly - "Boom Bop"
Jean-Paul Bourelly, erhöht thronend, auf seine goldfarbene Gitarre gestützt, ziert das Cover - die Farben haben etwas von afrikanischer Savanne, oder fast schon von Wüste: dieses Cover seiner neuesten CD lenkt insofern in die Irre, daß Bourelly sich hier - im Gegensatz zu seinem letzten Werk "Vibe Music" - als Gitarrist sehr zurücknimmt. Davon abgesehen ist er bei vielen der Stücke ohnehin gleichzeitig Komponist, Produzent und Sänger.
Jean-Paul
Bourelly - "Boom Bop"
"Boom Bop" ist afrikanische Musik - vielleicht sollte man sagen: moderne afrikanische Musik, also in Wechselwirkung mit Europa und Amerika. Sie vermittelt etwas von der Trancewirkung langanhaltenden afrikanischen Trommelspiels, und damit von der psychedelischen Schiene, auf der sich Bourelly zuvor bewegt hat. Gleichzeitig vernehmen wir aber die authentische Gesangsweise und Sprache Afrikas (Abdourahmane Diop aus dem Senegal) - und der Kenner hört den "Chicagosound" von Bourellys Gitarre heraus.
Illustre Leute gewinnt Bourelly immer wieder für seine Projekte: diesmal sind es die Saxophonisten Archie Shepp und Henry Threadgill, die er für sich einnehmen konnte. - "Boom Bop" hat - wie es bei Bourelly üblich ist - eine stark persönliche Komponente, weil seine eigenen Texte hier und da in den Vordergrund treten - sie beinhalten sehr intensive und persönliche Reflexionen (z.B. bei "Silent Rain"). "Boom Bop" verkommt nicht zu irgendeinem Gemenge - im Gegenteil: entspannende, in ihren Bann ziehende "Bourelly & Co."-Musik ist das Thema und gleichzeitig ein gesellschaftspolitisches Statement.
Carina Prange
CD: Jean-Paul Bourelly - "Boom Bop" (Pao 10640)
Bourelly im Internet:www.bourelly.com
Pao-Records im Internet: www.pao.at
Cover: Schötteldreier + Bogner
mehr bei Jazzdimensions:
Interview
mit Archie Shepp Interview
mit Jean-Paul Bourelly