Seit mehr als zwei Dekaden beschäftigt sich Värttinä mit der Interpretation finno-ugrischen und karelischen Liedgutes und deren Transposition in das Zeitalter kultureller Globalisierung. Auch auf ihrem Album "Miero", ihrem zehnten und im Jahr 2006 erschienenen Album, setzen sie diese Tradition fort.
Värttinä
- "Miero"
Wilde, archaische Stimmen versetzen uns in eine mystische und mythische Welt des dunklen Nordens, drei Sängerinnen entführen uns in eine Welt dunkler Wälder, erzählen von der Einsamkeit, fern von der Heimat und der Hoffnung, die Sonne möge das triste Grau der Nacht vertreiben.
Unterstützt werden die drei Vocalistinnen von sechs Musikern, die die Arrangements phantasievoll, überwiegend mit akkustischen Instrumenten, ausfüllen. Vertrackte Rhythmen, teils temperamentvoll, teils getragen und langsam, stellenweise jazzig, vereinen sich mit dem Gesang der drei hellblonden nordischen Elfen. Die Instrumentierung reicht vom alt hergebrachten Schlagzeug und dem obligatorischen Kontrabass über die Bouzouki, dem Akkordeon, der Kantele, der Fiddel, dem Saxophon, bis hin zu traditionellen skandinavischen Instrumenten wie die Nyckelharpa oder der Jouhikko, beides Streichinstrumente.
Wer andere Werke Värttinäs kennt, wird wenig überrascht sein, dieses Album ist eine konsequente Weiterentwicklung des eigenen Stils, alte Mythen und Lieder zu erforschen. Wer nicht genug von Värttinä bekommen kann, wird dieses Album gerne seinem Abspielgerät anvertrauen, vielleicht das Kaminfeuer entzünden und von Hobbits, Fabelwesen und Nebelwäldern träumen.
Maximilian Vollendorf
CD: Värttinä - "Miero" (Real World CDRW 135)
Värttinä im Internet: www.varttina.com
Real World Records im Internet: www.realworldrecords.com
Cover: n.n.